CENIT in Quito, Ecuador

cenit projekt

Sabine Röhl über Ihr Volontariat bei CENIT:

Von März bis August 2011 habe ich in Quito, Ecuador, als Freiwillige für das Projekt CENIT gearbeitet. CENIT, El Centro de la Niña Trabajadora (dt: Das Zentrum für das arbeitende Mädchen), ist eine gemeinnützige Nicht-Regierungsorganisation, deren Aufgabe es ist, arbeitenden Kindern (vor allem Mädchen) und ihren Familien in Quito zu helfen.
Arbeitende Kinder werden in Quito mit einer Reihe von Problemen konfrontiert. Ihr Arbeitsalltag auf den Straßen macht sie zu einem beliebten Ziel für sexuelle Übergriffe durch Fremde oder für Überfälle, sie sind anfälliger für möglichen Drogenmissbrauch oder Prostitution, geraten oft in Versuchung zu stehlen oder erfahren Gesundheitsprobleme durch mangelnde Hygiene. Die angespannte Situation zu Hause und eine hohe Quote an alkoholkranken Eltern enden leider oft in physischem, emotionalem oder sexuellem Missbrauch durch andere Familienmitglieder. Und ein Mangel an Bildung verringert ihre Chancen, aus diesem Umfeld zu entkommen. CENIT bemüht sich daher durch Bildung, soziale Dienste, medizinische Versorgung, psychologische Hilfe und Freizeitangebote dabei zu helfen, erdrückender Armut zu entkommen und ihre Lebensqualität zu verbessern.
Dafür nutzt CENIT eine Reihe von Programmen, um den Kindern nachhaltige Hilfe zu bieten, die sich auf alle Aspekte ihres Lebens erstreckt. Unsere Grund- und weiterführende Schule hat jährlich etwa 250 Schüler(innen), die so eine breite Bildung und Soft Skills vermittelt bekommen, sowie eine Näherinnenausbildung durchlaufen. Parallel können Kinder einer jeden Schule unsere Hausaufgabenhilfe besuchen, da sie zu Hause oft keine Förderung durch die Eltern erhalten können. Des Weiteren bietet CENIT eine öffentliche Klinik, die alle Programmteilnehmer und Mitglieder der umliegenden Gemeinde kostenlos behandelt. Unser medizinisches Personal geht auch raus auf die Straße und Quitos große Märkte, um den Leuten, die ihren Arbeitsplatz nicht verlassen können, dort medizinische Versorgung bereitzustellen. Auch das Programm „Rescate“ geht hinaus auf die Märkte, um dort kleinen, arbeitenden Kindern Basis-Allgemeinwissen zu vermitteln und sie wenigstens für ein paar Stunden am Tag Kind sein zu lassen. So wird Kontakt zu den Familien hergestellt, die dann hoffentlich überzeugt werden können, ihre Kinder später zu uns in die Schule zu schicken.
CENIT wurde 1991 von den Schwestern des Guten Hirten gegründet und wird auch heute noch von Nonnen geleitet, die in enger Zusammenarbeit mit ecuadorianischen Festangestellten und internationalen Freiwilligen jedes Jahr mehreren hundert arbeitenden Kindern helfen.
Ich habe ein halbes Jahr auf den Märkten verbracht, wo wir uns bemüht haben, den Kleinsten zu helfen, ihnen etwas Selbstbewusstsein zu vermitteln und ihnen die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie zu Hause oft nicht erfahren können. Auch wenn es oft frustrierend war, mit anzusehen, wie schwer es diese unschuldigen Wesen haben, so was doch jedes Lächeln eines kleinen Kindes all die Anstrengungen wert. Wenn ich nur einem Kind ein Lächeln entlocken konnte, dann hatte sich der Tag ja schon gelohnt. Dieses halbe Jahr gehört zu den besten Erfahrungen meines Lebens und ich bin sicher, dass CENIT noch vielen Kindern und ihren Familien helfen wird.
Daher möchte ich auch Charity Event und allen seinen Mitgliedern und Spendern für die großzügige Hilfe danken. Durch das Geld konnten wir ein Sommerferien-Programm für die Kinder organisieren, die dadurch von der Straße ferngehalten wurden und einfach mal ein normales Kinder-Leben erfahren konnten. Ganz vielen Dank dafür!
Sabine Röhl für CENIT